MELLE -
18.02.2020
Vier Pferde aus in Brand geratenem Stallgebäude gerettet
Am Dienstagvormittag geriet ein Stallgebäude am Waldbrink in Melle-Riemsloh in Brand. Ein Anwohner verletzte sich beim Versuch, die vier in dem Stall befindlichen Pferde zu befreien, und wurde zur Kontrolle in ein Krankenhaus gebracht. Neben Rettungsdienst und Polizei waren fünf…

Am Dienstagvormittag geriet ein Stallgebäude am Waldbrink in Melle-Riemsloh in Brand. Ein Anwohner verletzte sich beim Versuch, die vier in dem Stall befindlichen Pferde zu befreien, und wurde zur Kontrolle in ein Krankenhaus gebracht. Neben Rettungsdienst und Polizei waren fünf Meller Ortsfeuerwehren im Einsatz und konnten die Tiere retten. Die Bewohner des Hofes wurden gegen 10:15 Uhr auf eine Rauchentwicklung aus dem an das Wohnhaus angrenzenden Stall aufmerksam und setzten umgehend den Notruf ab. Die Disponentin der Regionalleitstelle Osnabrück alarmierte daraufhin die Alarmeinheit Riemsloh, bestehend aus den Ortsfeuerwehren Riemsloh, Groß Aschen und Hoyel, die Ortsfeuerwehr Bruchmühlen sowie die Drehleitereinheit Melle-Mitte mit dem Stichwort „Feuer auf landwirtschaftlichem Anwesen“.

Bereits etwa fünf Minuten nach dem Sirenenalarm trafen die ersten Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr Riemsloh am außerorts gelegenen Hof ein. Die Bewohner wiesen die Kräfte auf die vier Pferde in dem als Stall genutzten Anbau hin und beschrieben ihnen die räumliche Situation. Zu diesem Zeitpunkt war das Stallgebäude bereits komplett verraucht und durch ein Scheunentor waren Flammen sichtbar. Einer der Bewohner hatte beim Versuch, die Pferde selbst noch ins Freie zu führen, Rauchgas eingeatmet. Daher forderten die Einsatzkräfte zusätzlich zum als Absicherung für die Feuerwehr alarmierten Rettungswagen eine zweite Rettungswagenbesatzung nach; diese wurden von der Feuer- und Rettungswache Bünde sowie von der DRK Rettungswache Melle zum Einsatzort geschickt. Eine Rettungswagenbesatzung transportierte den Bewohner anschießend zur weiteren Kontrolle in ein Krankenhaus. Mehrere Atemschutztrupps gingen umgehend mit Strahlrohren zur Brandbekämpfung und zur Tierrettung in den Stall vor, in dem zu diesem Zeitpunkt bereits Nullsicht herrschte. Während Einsatzkräfte im Außenbereich die Löschwasserversorgung sicherstellten, versuchten weitere Kräfte mit einem Hochleistungslüfter, die für die Pferde überlebenswichtige Frischluft durch ein Tor auf der rückwärtigen Seite in das Gebäude zu drücken. Bereits nach wenigen Minuten war das Feuer im Stallgebäude unter Kontrolle und die ersten beiden Pferde durch die Atemschutztrupps ins Freie geführt.

Kurze Zeit später traf eine Tierärztin an der Einsatzstelle ein, die von der Situation erfahren hatte und ihre Hilfe an vor Ort anbot – ein zwischenzeitlich über die Leitstelle angeforderter Tierarzt war somit nicht mehr erforderlich. Da die Belüftungsmaßnahmen erfolgreich waren, konnten die Einsatzkräfte und die Helferinnen der Tierarztpraxis die beiden weiteren Pferde gemeinsam aus dem inzwischen fast rauchfreien Stall ins Freie führen. Auf den umgebenden Weideflächen nahm die Tierärztin die vier Tiere in Augenschein – es ging ihnen offensichtlich den Umständen entsprechend gut.

Die Einsatzkräfte der Feuerwehr beförderten die in Brand geratenen Paletten und Strohbunde vor das Stallgebäude. Dort bedeckten sie das Stroh mit Löschschaum, um ein Wiederaufflammen zu verhindern. Das Gebäude kontrollierten sie mit einer Wärmebildkamera auf letzte Glutnester. Außerdem belüfteten sie das angrenzende Wohnhaus, in dem sich aufgrund der starken Rauchentwicklung auch eine leichte Verrauchung eingestellt hatte. Währenddessen beschlagnahmte die Polizei den Brandort und nahm bereits die Ermittlungen zur Brandursache auf. Die Einsatzmaßnahmen vor Ort unter der Leitung des stellvertretenden Ortsbrandmeisters Daniel Riske waren gegen 11:30 Uhr abgeschlossen. Nach der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft an den Standorten konnten die knapp 60 ehrenamtlichen Feuerwehrmitglieder mit dem guten Gefühl an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, die vier Pferde in vermutlich letzter Sekunde gerettet und eine Brandausbreitung im Stall sowie auf das auf dem Dachboden gelagerte Stroh verhindert zu haben. Text und Fotos:
Feuerwehr Melle

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