Sturmfest und erdverwachsen: Das sind zwei Eigenschaften, die Niedersachsen zugeschrieben werden. Zumindest Ersteres haben die Jugendfeuerwehren der Kreisjugendfeuerwehr Osnabrück zu Beginn der Ferien eine Woche lang unter Beweis gestellt: Mit insgesamt rund 440 Personen waren die zum alle zwei Jahre stattfindenden Kreisjugendfeuerwehr-Zeltlager aufgebrochen, diesmal in Dorum an der Nordsee.



Und dass der Wind auf dem zwischen Nordseestrand und Deich gelegenen Zeltplatz besonders stark weht, bekamen sie besonders in der ersten Wochenhälfte zu spüren. Einen Tag lang war sogar ein Sturm angekündigt, aber mit zusätzlichen Spanngurten, vom Deichverband bereitgestellten Sandsäcken und viel feuerwehrtypischem Erfindungsreichtum schafften es die Anwesenden, sämtliche Zelte zu sichern.



So konnten sie die Woche an der Nordsee trotzdem mit einer gewissen Gelassenheit angehen. Die Kreisjugendfeuerwehrleitung um Kreisjugendfeuerwehrwart Christoph Pieper hatte für Teilnehmer ein Programm organisiert, das unter anderem aus Tagestouren in einen Wasserpark in Otterndorf, ins Marinemuseum Wilhelmshaven und nach Bremerhaven ins Klimahaus sowie aus Aktivitäten wie Film- und Spieleabenden und einer Poolparty im benachbarten Freibad Watt’n Bad bestand. Dabei hatten sich im Vorfeld auch die Kinder und Jugendlichen selbst durch das Jugendforum eingebracht, einer Institution innerhalb der Kreisjugendfeuerwehr, die ihnen eine hörbare Stimme gegenüber der Kreisjugendfeuerwehrleitung verleiht. Die Poolparty und den Spieleabend hatten die Kinder und Jugendlichen sogar selbst organisiert und dabei große Verantwortung übernommen.



Und wo Jugendfeuerwehren zusammenkommen, wird Kameradschaft zwar großgeschrieben, Wettkampf allerdings auch. Bei der Lagerolympiade, einem Wettbewerb mit vielen kleinen Spielen, schlugen sich alle teilnehmenden Jugendfeuerwehren beachtlich, zwei besondere ragten allerdings heraus: Wie in jedem Jahr waren wieder eine Gruppe aus Olsztyn in Polen und eine Gruppe aus dem französischen Bolbec dabei. Die Franzosen holten sich den ersten Platz in der Olympiade, Platz 2 ging nach Olsztyn. Zudem legten Zig Kinder und Jugendliche aus Deutschland, Frankreich und Polen ihre Prüfungen für die Jugendflamme der Stufen 1 und 2 erfolgreich ab. Dabei handelt es sich um die ersten beiden Ausbildungsnachweise, die Jugendfeuerwehr-Mitglieder hierzulande erhalten können.



Aber auch Erwachsene sind im Zeltlager ausgezeichnet worden: Kreisjugendfeuerwehrwart Christoph Pieper ist im Rahmen des Offiziellen Abends zum Oberbrandinspektor befördert worden. Geehrt wurde außerdem der Gerätewart der Kreisjugendfeuerwehr, Philip Heinze: Er erhielt das Ehrenzeichen der Niedersächsischen Kinder- und Jugendfeuerwehr. Und auch Jérôme Anquetil als Chef der französischen Gruppe und seit mehr als 25 Jahren sehr bemüht um den deutsch-französischen Austausch wurde ausgezeichnet: Er bekam die Medaille für internationale Zusammenarbeit in Gold des Deutschen Feuerwehrverbandes überreicht.


Möglich geworden ist das Zeltlager in seiner bewährten Form vor allem durch das Engagement einiger Sponsoren und Fördermittelgeber, darunter das Deutsch-Französische Jugendwerk, das Deutsch-Polnische Jugendwerk, die Bingo!-Umweltstiftung, der Jugendring Landkreis Osnabrück und die Niedersächsische Kinder- und Jugendfeuerwehr. Die Kreisjugendfeuerwehr Osnabrück bedankt sich herzlichst bei allen Helfern und Unterstützern, darunter auch die Verpflegungsgruppe des DRK Bissendorf, die sich um das Bereitstellen der Mahlzeiten gekümmert hat. Wir freuen uns bereits auf das nächste Kreiszeltlager 2028. Wo das stattfinden wird, steht zum aktuellen Zeitpunkt allerdings noch nicht fest.


Text und Fotos: Fabian Pieper









