Zur Großen Dienstbesprechung der Kreisfeuerwehr Osnabrück sind am Freitagabend die Stadt-, Gemeinde- und Ortsbrandmeister sowie Gäste aus Feuerwehr, Verwaltung, Politik und Hilfsorganisationen im Feuerwehrhaus Bramsche-Mitte zusammengekommen. Üblicherweise findet die Veranstaltung im Kreishaus Osnabrück statt. Wegen der dortigen Umbaumaßnahmen wurde sie in diesem Jahr ausnahmsweise nach Bramsche verlegt. Landrätin Anna Kebschull und Kreisbrandmeister Ludger Flohre dankten der Feuerwehr Bramsche für die unkomplizierte Organisation.


In ihrer Eröffnung rückte Kebschull die Folgen des Klimawandels und die zunehmende Wald- und Vegetationsbrandgefahr in den Mittelpunkt. Trockenheit, Wassermangel und hohe Temperaturen stellten auch den Landkreis Osnabrück vor wachsende Herausforderungen. Als aktuelles Beispiel verwies sie auf den Flächen- und Waldbrand in Bohmte-Herringhausen. Die Einsatzkräfte hätten dort wieder einmal ihr Können unter Beweis gestellt und größeren Schaden verhindert.
Zugleich würdigte die Landrätin das ehrenamtliche Engagement der Feuerwehrangehörigen und dankte auch deren Familien für ihre Unterstützung. Der Landkreis werde den Feuerwehren weiterhin als verlässlicher Partner zur Seite stehen – unter anderem bei Ausstattung, Ausbildung, Leitstelle und Katastrophenschutz.
Kreisbrandmeister Ludger Flohre gab anschließend einen Überblick über die aktuelle Arbeit und Entwicklung der Kreisfeuerwehr. Die 90 Ortsfeuerwehren im Landkreis wurden im vergangenen Jahr zu 3.991 Einsätzen alarmiert – im Durchschnitt nahezu elfmal am Tag. 3.892 Frauen und Männer stehen in den kommunalen Feuerwehren ehrenamtlich für den Schutz der Bevölkerung bereit. Flohre verwies auf den Wald- und Flächenbrand in Bohmte Ende Juli als Beispiel dafür, wie wichtig die übergemeindliche Zusammenarbeit ist: Fachzüge aus zwei Kreisfeuerwehrbereitschaften, der Einsatzleitwagen 2 sowie eine Drohnen- und IuK-Einheit unterstützten dort die Einsatzbewältigung.


Einen Schwerpunkt setzte Flohre auf die Weiterentwicklung der Kreisfeuerwehr und die Ausbildung. Mit der neuen Führungseinheit Kreisfeuerwehr entstehe schrittweise eine modulare Struktur bis hin zur Technischen Einsatzleitung. Auch das Fahrzeugkonzept werde weiter umgesetzt; zusätzliche Wechselladerfahrzeuge und Abrollbehälter sollen insbesondere bei Vegetationsbränden und Einsätzen auf den Autobahnen mehr Schlagkraft schaffen. Auf Kreisebene wurden im vergangenen Jahr 647 Lehrgangsteilnehmende ausgebildet – getragen von 137 ehrenamtlichen Kreisausbilderinnen und Kreisausbildern. Kritisch sah Flohre dagegen die Zahl der Lehrgangsplätze beim Land sowie den wachsenden Anteil des Distanzunterrichts in Führungslehrgängen. Seine Haltung brachte er auf den Punkt: „Feuerwehr ist und bleibt ein Handwerk. Und ein Handwerk lernt man nicht am Bildschirm. Handwerk lernt man gemeinsam, praktisch und im direkten Austausch.“
Kreisrat Malte Stakowski stellte die Krisenvorsorge und die weitere Stärkung der Gefahrenabwehr in den Mittelpunkt. Trotz der angespannten Haushaltslage investiere der Landkreis weiter in eine zukunftsfeste Infrastruktur. Dazu gehöre die Aufstellung der Technischen Einsatzleitung (TEL), die im Krisenfall als Bindeglied zwischen den Einsatzkräften vor Ort und dem Krisenstab des Landkreises fungieren soll.
Ein weiterer Schwerpunkt ist der flächendeckende Ausbau des Sirenennetzes. Seit Ende 2025 werden im Landkreis insgesamt 217 Sirenenstandorte aufgebaut. Die Anlagen sollen neben der Alarmierung auch Sprachnachrichten an die Bevölkerung übertragen können. Zum bundesweiten Warntag im September sollen zahlreiche Sirenen betriebsbereit sein.


Auch die Planungen für den Neubau der Regionalleitstelle Osnabrück gehen voran. Seit der Inbetriebnahme der kooperativen Leitstelle im Jahr 2012 sind Anforderungen und Anrufaufkommen deutlich gestiegen. Inzwischen werden im Bereich Feuerwehr und Rettungsdienst rund 245.000 Anrufe pro Jahr bearbeitet. Der Neubau in unmittelbarer Nähe des Kreishauses soll moderne Arbeitsbedingungen für die Mitarbeitenden von 110 und 112 schaffen.

Ein Grußwort des Landesfeuerwehrverbandes Niedersachsen überbrachte der neu gewählte Regierungsbrandmeister Andreas Wentker. Der gebürtige Münsterländer, der heute im Emsland verwurzelt ist, stellte sich den Führungskräften der Kreisfeuerwehr vor und griff insbesondere das Thema Ausbildung auf. Gute Feuerwehr entstehe durch gute Ausbildung; deshalb müsse auch die Verteilung der Lehrgangsplätze weiterhin aufmerksam im Blick behalten werden. Wentker unterstrich zudem die Bedeutung einer starken Verbandsarbeit. Nachhaltige Strukturen seien eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die Feuerwehren langfristig von gemeinsamer Interessenvertretung und Zusammenarbeit profitieren.
In seinem Schlusswort dankte Abschnittsleiter Nord Herbert Kempe den Kameradinnen und Kameraden für ihren ehrenamtlichen Einsatz sowie deren Familien und Arbeitgebern für die notwendige Unterstützung. Zugleich betonte er, dass die Feuerwehr vom Zusammenhalt und einer verlässlichen Zusammenarbeit über Orts- und Gemeindegrenzen hinweg lebe. Im Anschluss nutzten die Teilnehmenden das gemeinsame Beisammensein im Feuerwehrhaus Bramsche-Mitte zum fachlichen und persönlichen Austausch.
Text und Fotos: Volker Köster









