Celle -
06.06.2026
Einsatzrelevante Ausbildung am NLBK: Fachzug 5 probt den Ernstfall auf Schienen
Celle-Scheuen / Melle. Am Samstag, den 06.06., stand für die Einsatzkräfte der Meller Ortsfeuerwehren Bruchmühlen und Melle-Mitte sowie für den THW-Ortsverband Melle ein besonders intensiver Ausbildungstag auf dem Programm. Die Führungskräfte der ehemaligen technischen Einheit „Bahn Regio“ hatten eine Großübung…

Celle-Scheuen / Melle. Am Samstag, den 06.06., stand für die Einsatzkräfte der Meller Ortsfeuerwehren Bruchmühlen und Melle-Mitte sowie für den THW-Ortsverband Melle ein besonders intensiver Ausbildungstag auf dem Programm. Die Führungskräfte der ehemaligen technischen Einheit „Bahn Regio“ hatten eine Großübung auf dem Gelände des Niedersächsischen Landesamtes für Brand- und Katastrophenschutz (NLBK) am Standort Celle-Scheuen ausgearbeitet. Bereits um 05:30 Uhr trat der gesamte Fachzug 5 der Kreisfeuerwehrbereitschaft (Schwere Technische Hilfeleistung) inklusive der Logistikkomponente die Verlegung im Verband an.

Nach einem kurzen gemeinsamen Frühstück vor Ort starteten die Kräfte direkt in das erste von zwei komplexen Übungsszenarien.

Szenario 1: Person unter Güterwaggon – Dynamische Lageentwicklung

Die erste Lage stellte die Retter vor eine klassische technische Hilfeleistung (TH) im Bahnbereich: Eine Person war unter einem Güterwaggon eingeklemmt. Nach der ersten Erkundung durch den Zugführer wurden die Aufgaben gemäß des spezifischen Konzepts des Fachzugs 5 zügig verteilt:

Sicherung & Logistik: Während am festgelegten Eingleispunkt die Materialablage aufgebaut wurde, sicherten weitere Kräfte den betroffenen Waggon mittels Mehrzweckzug und Hemmschuhen gegen unkontrolliertes Wegrollen.

Patientenrettung: Parallel dazu wurde umgehend die medizinische Erstversorgung und Betreuung der eingeklemmten Person unter dem Waggon eingeleitet.

Dass Bahnlagen hochdynamisch sein können, zeigte sich kurz darauf: Auf einem Parallelgleis geriet ein weiterer Waggon in Brand. Aus der reinen TH-Lage wurde plötzlich ein kombinierter Brandeinsatz. Da sich im brennenden Waggon noch Personen befanden, musste parallel eine Menschenrettung unter schwerem Atemschutz (PA) eingeleitet werden.

Dank des strukturierten Personaleinsatzes konnten beide Aufgaben schnell gelöst und die Mimen zeitnah an den Rettungsdienst übergeben werden. Die Erkenntnis hieraus: Bei solch komplexen Szenarien ist eine strukturierte Kräfteeinteilung sowie die frühzeitige Planung von Ablösekräften essenziell.

Szenario 2: ICE-Entgleisung – Technische Rettung in der Böschung

Nach der Mittagspause und der Wiederherstellung der Einsatzbereitschaft folgte das zweite Szenario: Ein ICE hatte aufgrund eines technischen Defekts einen Waggon verloren, welcher entgleist war und auf freier Fläche abseits der Schienen zum Stehen kam.

Der Fokus lag hier primär auf der Überwindung der Infrastruktur sowie dem Logistikweg: Personal und schweres Rettungsgerät mussten über eine steile Böschung zum Gleisbett verbracht werden.

Hierzu bauten die Einsatzkräfte eine logistische Brücke mittels gesicherten Steckleiterteilen auf. Über diesen Weg wurden Schienenrollwagen, Schleifkorbtragen und weiteres Material im Teamwork sicher zum Eingleispunkt transportiert. Insgesamt acht teils schwerverletzte Personen mussten aus dem deformierten Waggon gerettet, schonend über die Böschung transportiert und dem Rettungsdienst übergeben werden.

Positives Fazit und Dank an die Unterstützer

Nach dem Aufsitzen und einer kurzen Abschlussrunde zogen alle Beteiligten ein durchweg positives Fazit. Der Ausbildungstag war sowohl spannend als auch lehrreich und hat das Zusammenspiel zwischen Feuerwehr und THW im Fachzug 5 weiter gefestigt. Eine detaillierte Nachbesprechung der Führungskräfte ist bereits in Planung, um die gewonnenen Erkenntnisse detailliert auszuwerten und in zukünftige Einsatzkonzepte einfließen zu lassen.

Ein besonderer Dank gilt dem NLBK Celle für die unkomplizierte Bereitstellung des hervorragenden Übungsgeländes sowie dem DRK-Kreisverband Melle, der die Truppe kurzfristig mit einem Kühlanhänger zur Versorgung unterstützte.

Text: René Schröter

Fotos: Tilmann Wellpott, Günter Schröter und Michael Schauwerker

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