MELLE -
14.07.2021
Feuer, Rauch, Dampf und jede Menge Wärme – Heißausbildung der Feuerwehr Neuenkirchen/Melle
Mitglieder der Ortsfeuerwehr Neuenkirchen führten Ende Juni eine Heißbrandausbildung in einem mobilen Brandcontainer durch. Die Einsatzkräfte sammelten so weitere Erfahrungen in der Wärmegewöhnung und für den Innenangriff. Bei hochsommerlichen Temperaturen machten sich sechs Einsatzkräfte auf den Weg zur Feuerwehrzentrale des…

Mitglieder der Ortsfeuerwehr Neuenkirchen führten Ende Juni eine Heißbrandausbildung in einem mobilen Brandcontainer durch. Die Einsatzkräfte sammelten so weitere Erfahrungen in der Wärmegewöhnung und für den Innenangriff. Bei hochsommerlichen Temperaturen machten sich sechs Einsatzkräfte auf den Weg zur Feuerwehrzentrale des Kreises Herford (NRW) in Eilshausen. Nach einer kurzen Einweisung durch den Betreiber des mobilen Brandcontainers und den vor Ort anwesenden Ausbildern der Kreisfeuerwehr Herford teilten sie sich in Trupps ein und legten die persönliche Schutzausrüstung für die Brandbekämpfung an. „Die Schutzkleidung und das Atemschutzgerät wiegen zusammen etwa 20 Kilogramm“, sagte Gruppenführer Stefan Kramm, der die Ausbildungsveranstaltung zuvor organisiert hatte. Vor der Einsatzübung kontrollierten sich die Truppmitglieder gegenseitig: „Alles muss korrekt sitzen, um zuverlässig vor Feuer und Wärme zu schützen – diese Sichtprüfung ist ein wichtiger Standard und erfolgt auch bei jedem Realeinsatz“, betonte Stefan Kramm. Bevor sie anschließend den mobilen Brandcontainer betreten konnten, mussten die Trupps das Hohlstrahlrohr überprüfen: Passt die eingestellte Durchflussmenge? Welches Sprühbild ist eingestellt? Lässt sich das Hohlstrahlrohr schnell öffnen und schließen? Ist die Schlauchleitung entlüftet, sodass unmittelbar Wasser abgegeben werden kann? Sobald sich die Trupps einsatzbereit gemeldet hatten, begann die Übung. Vom Dach aus betraten die Feuerwehrmitglieder den Brandcontainer. Der Truppführer öffnete die deutlich erwärmte Tür jeweils für kurze Zeit, in der das Truppmitglied mit dem Strahlrohr zwei oder drei Stöße Löschwasser abgab. Hiermit kühlten sie den Treppenraum zunächst etwas herunter, um die Simulationsanlage über die Wendeltreppe betreten zu können. Zwei Stufen weiter war die Sicht bereits stark eingeschränkt – lediglich ein trüber Feuerschein flackerte direkt unter der Treppe. Durch den deutlich wärmer werdenden Treppenraum kämpften sich die Trupps bis zum Brandherd vor, stets begleitet von den Kreisausbildern. Nachdem sie den Brand im Treppenraum abgelöscht hatten, begann zwei Meter weiter das nächste Brandszenario: Eine Rohrleitung stand in Flammen. Die Trupps kühlten auch hier die Umgebung mit kurzen Sprühstößen aus dem Strahlrohr. Allen Trupps gelang es, den Absperrschieber mit dem Handrad zu verschließen. Der Truppmann lenkte die Flammen hierfür mit dem Hohlstrahlrohr ab und schützte damit den Truppführer, der die Rohrleitung abschieberte. Einen Moment später erlosch das Feuer. „Es ist sehr wichtig, sich immer und immer wieder mit der Ausrüstung zu beschäftigen und zu wissen, welche Taktik wann angewendet werden muss“, stellte der Ortsbrandmeister Mario Seppel fest. „Viel Wasser hilft nicht immer viel: Durch den entstehenden Wasserdampf wird es in einem Brandraum auch immer wärmer.“ Als drittes und letztes Szenario wartete im nächsten Raum der Brandsimulationsanlage eine sogenannte Rauchgasdurchzündung auf die Einsatzkräfte. Die Trupps legten sich beim Durchzünden der Rauchgase auf den Rücken und schützten sich mit Wasser aus dem Hohlstrahlrohr gegen die Flammen. „Der geübte Umgang mit den Gerätschaften und das Vertrauen in die Ausrüstung ist für die Atemschutztrupps von besonderer Bedeutung“, schlussfolgerte Mario Seppel. Nach dem Abklingen des Brandphänomens führten die Trupps die Brandbekämpfung durch: Ein Sofa und ein Schrank standen laut Übungsdrehbuch in Vollbrand. Etwa 25 Minuten verbrachte jeder Trupp im Brandcontainer. In dieser Zeit absolvierten sie alle drei Szenarien. Die Raumtemperatur betrug zwischenzeitlich über 150 Grad Celsius. Anhand der Ausbildungseinheit war es den sechs Feuerwehrmitgliedern möglich, eine Brandsimulation selbst zu erleben. Im Anschluss besprachen die Trupps die jeweiligen Szenarios mit den Kreisausbildern, die ebenfalls in Schutzkleidung und mit Atemschutzgerät in der Simulationsanlage dabei waren. „Gerade der entstehende Wasserdampf und die damit verbundene Wärmeentwicklung können leicht unterschätzt werden: Für die nächsten Einsätze bin ich noch besser vorbereitet“, sagte Malte von Bachmann, Truppführer und Atemschutzgeräteträger der Ortsfeuerwehr Neuenkirchen. Text und Foto:
Dominik Redecker

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