19:15 Uhr. Marten Schäfer wählt die Notrufnummer 112. Im alten Gasthaus Wrocklage in Sögeln kam es zu einer Explosion während Umbauarbeiten. Sieben Arbeiter werden verletzt, einer stürzt aus dem Fenster und landet in einer Absetzmulde. Weitere gelten als vermisst. Dichter Rauch dringt aus jeder kleinen Ritze des Anbaus. Der Leitstellendisponent erkennt durch den Anrufer den Ernst der Lage und alarmiert mehrere Einsatzkräfte von Rettungsdienst und Feuerwehr. Das ist die Ausgangslage für die diesjährige Vier-Wehren-Übung. Als erste vor Ort trifft die Ortsfeuerwehr Sögeln ein, zu deren Einzugsgebiet auch der alte Gasthof gehört. Hier wird momentan durch den Pflegedienst Semmler umgebaut, soviel weiß Einsatzleiter und Ortsbrandmeister der Feuerwehr Sögeln Heiko Schäfer. Während er eine Erkundung der Lage vollzieht, arbeiteten die Einsatzkräfte der Ortsfeuerwehr routiniert. Trupps rüsten sich mit Atemschutz aus, eine Wasserversorgung wird aufgebaut und ein Innenangriff in einem Gebäudeteil vorbereitet. Schnell wird klar, dass diese Lage nicht alleine bewältigt werden kann. Aufgrund des Stichwortes wurde durch die Leitstelle gleich die Feuerwehren Epe, Hesepe und Rieste alarmiert. Um die Verletzten sollte sich der Rettungsdienst der Malteser Alfhausen und Bramsche kümmern. Kurze Zeit später füllt sich die Durchgangsstrasse am Gasthof mit Einsatzfahrzeugen. Die Feuerwehr Rieste stellt weitere Trupps, welche kurz nach dem Eintreffen bereits in den Innenangriff und die Menschenrettung involviert sind. Die Verletzten werden von der Jugendfeuerwehr gespielt und alle haben sichtlich Spaß an ihrer Aufgabe, den Großen richtigen Stress zu machen. Der eine kann aufgrund eines gebrochenen Beines nicht laufen. Ein anderer wird in einem Kriechkeller von der Explosion zu Boden gerissen und prallt mit seinem Kopf auf, bleibt bewusstlos liegen. In der Absetzmulde mimt ein Mitglied der Jugendfeuerwehr einen Arbeiter, der nach dem Sturz aus dem ersten Obergeschoss über starke Rückenschmerzen klagt. Somit haben nicht nur die Feuerwehrkräfte gut zu tun. Auch der Rettungsdienst versorgt neben den gespielten Verletzten auch die eingesetzten Atemschutzgeräteträger. Puls und Blutdruck werden gemessen, Getränke gereicht. Fahrtragen werden vorbereitet, um die nächsten Verletzten von der Sammelstelle aus auf die nächsten Rettungswagen zu verteilen. Zugführer Dennis Lindemann der Alfhausener Malteser hat genug zu tun, spricht aber das weitere Vorgehen mit Einsatzleiter Heiko Schäfer ab. Dieser ist am Einsatzleitwagen und versucht, die einzelnen Feuerwehren auf die verschiedenen Aufgaben zu verteilen. Währenddessen finden Trupps im verrauchten Gebäude weitere Personen und bringen diese nach draußen. Einsatzkräfte der Feuerwehren Hesepe und Rieste haben einen Außenangriff vorbereitet, der startet, nachdem der letzte Atemschutzgeräteträger das Haus verlassen hat. Da die Wasserversorgung hierfür aus dem nahegelenden Unterflurhydranten bei weitem nicht ausreicht, wird mit den Tanklöschfahrzeugen ein Pendelverkehr aufgebaut. Um 21:00 Uhr wurde dann die Übung durch Heiko Schäfer für beendet erklärt und Essen sowie Getränke vorbereitet. Die Feuerwehr bedankt sich recht herzlich beim Pflegedienst Semmler, die ihre künftige neue Bleibe für die Übung zur Verfügung stellten. Text und Foto::
Marc Piwinski
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