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Einsätze

Täglich rücken Feuerwehren im Landkreis Osnabrück aus, um bei Bränden, Verkehrsunfällen oder anderen Unglücken schnell und qualifiziert Hilfe zu leisten.

Annähernd 4.000 Einsätze werden in jedem Jahr von den ausschließlich ehrenamtlich tätigen Feuerwehrmitgliedern bewältigt.

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Aktuelles


250 Kilo Bombe erfolgreich entschärft

GEORGSMARIENHÜTTE

Eine englische Fliegerbombe aus dem zweiten Weltkrieg konnte am Sonntagmorgen (06.08.17) ohne Probleme, vom Kampfmittelbeseitigungsdienst aus Hannover, entschärft werden. Dafür mussten etwa 1.450 Bewohner im Evakuierungsgebiet ihre Häuser verlassen.

 
 

Pünktlich um 10.00 Uhr konnte der Kampfmittelräumdienst mit dem freilegen der Bombe beginnen.

Um 10.00 Uhr fiel der Startschuss für eine weitere Bombenentschärfung in Georgsmarienhütte. Zwischen Oesede und Kloster Oesede in einer Tannenschonung, war die Bombe nach der Auswertung von Luftbildern geortet worden. Die Bewohner die im Evakuierungsgebiet ihre Bleibe hatten, waren bereits im Vorfeld informiert und mussten ab 10.00 Uhr ihre Wohnungen verlassen. Dafür wurde in der Kloster Oeseder Sophie-Scholl Schule ein Evakuierungszentrum eingerichtet. Dieses wurde allerdings nur von 12 Personen genutzt sodass die Helfer des DRK, die dort zur Betreuung eingesetzt waren, nicht so viel zu tun hatten. Zwei Bürger die nicht mehr so mobil waren, dass sie selbst zur Schule kommen konnten, wurden vom Fahrdienst des DRK abgeholt und nach der Entschärfung zurück gebracht.

Von Tür zu Tür mussten die Einsatzkräfte im Evakuierungsgebiet gehen um zu kontrollieren, ob alle Bewohner ihre Häuser verlassen hatten.

Von Tür zu Tür mussten die Einsatzkräfte im Evakuierungsgebiet gehen um zu kontrollieren, ob alle Bewohner ihre Häuser verlassen hatten.

Die Feuerwehr der Stadt Georgsmarienhütte übernahm die Kontrolle der Wohngebiete. Dazu gingen die Einsatzkräfte von Haus zu Haus und klingelten, um zu kontrollieren ob auch wirklich alle Bewohner die Häuser verlassen hatten. Bei manchem Haus wurden offene Fenster festgestellt und bei einem Gebäude stand sogar die Haustür offen. Nach einigen Telefonaten konnten aber alle
 
 

Am Feuerwehrhaus Oesede war die Sammelstelle für alle Einsatzkräfte und auch die Koordination erfolgte von dort

Telefonaten konnten aber alle Probleme gelöst werden. Die Polizei sperrte alle Zufahrtsstraßen zum Evakuierungsgebiet ab und kontrollierte durch Streifenfahrten die Schleichwege, sodass sicher war, dass sich keine Personen im Evakuierungsgebiet befanden. Der Bauhof der Stadt, Energieversorger, sowie Mitarbeiter der Bahn standen auf Abruf bereit um bei auftretenden Problemen eingreifen zu können. Insgesamt waren diesen Sonntagmorgen 101 Einsatzkräfte im Einsatz. Dazu zählten auch die Mitarbeiter des Einsatzstabes von Stadtverwaltung, Polizei und Feuerwehr, der alles vom Feuerwehrhaus, an der Wellendorfer Straße koordinierten.

 
 

Die Polizei sperrte alle Straßen zum Evakuierungsgebiet ab.

Um 11.45 Uhr war Sicherheit hergestellt und der Kampfmittelbeseitigungsdienst konnte mit dem freilegen der Bombe beginnen. Um den Bodenaufschlagzünder zu entfernen nutzte Sprengmeister Hans Mohr eine sogenannte Raketenklemme. Denn wie sich herausstellte, steckte der Bombenblindgänger schräg nach oben im Boden, wobei der Kopf nur 85 Zentimeter tief unter der Erde lag. Wäre der Landwirt mit einem tiefen Ackergerät darüber gefahren und hätte er die Bombe berührt, wäre es zur Explosion gekommen. Da es sich um einen sehr empfindlichen Reibschlagzünder handelte, habe man sich für die Entschärfung aus der Ferne entschieden. Eine Sprengung der Bombe vor Ort war somit nicht erforderlich. Trotzdem waren zwei kleinere Detonationen zu hören. Diese kamen zum einen von der Treibladung der Raketenklemme und die zweite vom Detonator, dass ist die Treibladung in der Bombe, die den eigentlichen Sprengstoff dann zur Detonation bringt.

Sprengmeister Hans Mohr (l.) mit seinem Team und der erfolgreich entschärften 250 Kilogramm Fliegerbombe. Auf der Bombe der Aufschlagzünder und die Raketenklemme, damit wurde der Zünder entfernt.

Sprengmeister Hans Mohr (l.) mit seinem Team und der erfolgreich entschärften 250 Kilogramm Fliegerbombe. Auf der Bombe der Aufschlagzünder und die Raketenklemme, damit wurde der Zünder entfernt.

Dieser wird in der Regel immer gleich an Ort und Stelle gesprengt. Um 12.38 Uhr hatte das 5 köpfige Team aus Hannover die 250 Kilogramm schwere Fliegerbombe gesichert und alle Evakuierungs- und Absperrmaßnahmen konnten aufgehoben werden. Stadtbrandmeister Gerd Glane bedankte sich bei allen Einsatzkräften für den Einsatz am Sonntag. Nach einer Stärkung mit einem ordentlichen Teller Erbseneintopf wurden alle Einsatzkräfte in den Feierabend entlassen.

Text unf Fotos: Frank Beermann